Infor: Millionen-Klage um ERP-Software

Die Computerwoche berichtet über einen Millionenstreit des ERP Herstellers Infor mit dem Kunden 3M. Als Dritter im Bunde ist Cognizant, der als IT Dienstleister für 3M arbeitet.

Was ist da los?
Es geht vor allem um Softwareverträge und wie diese von den Vertragspartnern unterschiedlich ausgelegt werden können.
Die Basis des ERP Systems von 3M wurde wie so oft von anderen als dem Anbieter selbst soweit verändert (bei 3M spricht man gar von 50% verändertem Quellcode), dass dann irgendwann seitens des Kunden die Meinung vorherrscht, der Anbieter könne gar nicht mehr den Support leisten. In Folge dessen wird dann der Support an Dritte(Cognizant) vergeben.
Sobald das soweit ist, und die veränderte Codebasis komplett aus den Händen des eigentlichen Anbieters genommen wird verschwimmen die Grenzen der ursprünglichen Verträge so stark, dass scheinbar nur noch Gerichte die Lösung bringen können. Ob das bei 3M und Infor so sein wird ist noch unklar. Mehr dazu in diesem Bericht.

Ich glaube, dass der Kunde immer gut beraten ist so nah wie möglich am eigentlichen Hersteller der Software zu bleiben um sich so nicht in die Abhängigkeit von Individuallösungen Dritter zu begeben. Sollten Individuallösungen nötig sein, um das Geschäft effektiver zu gestalten, muss der ERP Hersteller meiner Meinung nach der erste Ansprechpartner sein! Denn das Bestreben des ERP Anbieters ist es doch, Funktionalitätszuwachs in die Systeme zu bekommen. Kann man diesen Funktionszuwachs zusammen mit dem Kunden entwickeln, ist der Sprung der Individualentwicklung in den Standard (zumindest in Teilen) nicht mehr groß. Und das ist am Ende des Tages immer günstiger als Individualentwicklung und Support von Dritten.

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