PayPal Plus – Auf dem Weg ein Payment Service Provider zu werden

Paypal startet durch

Die Fernsehwerbung ist heutzutage nicht mehr zu übersehen, PayPal macht Druck! Sicher auch im Schatten des geplanten Börsenganges. Passend dazu hat PayPal nun die Erweiterung PayPal Plus angekündigt.

So soll Paypal Plus verschiedene Bezahlarten bündeln, die PayPal bisher und künftig selbst anbietet. PayPal erlaubt darüber hinaus aber auch die Einbindung von anderen, externen Diensten und Zahlarten.

Die gebräuchlichsten Zahlarten.
Die gebräuchlichsten Zahlarten – © Marco2811 – Fotolia.com

Damit schickt sich PayPal an, vollends ein Payment Service Provider (PSP) zu werden. Hatte PayPal unlängst damit Verwirrung gestiftet, das neue Interessenten nicht mehr die Möglichkeit hatten einen Vertrag mit der Tochter BillSAFE zu schließen,

Zitat auf BillSAFE.de:

Vielen Dank für Ihr Interesse an Rechnungskauf mit BillSAFE. Wir arbeiten momentan daran, den Ihnen bereits bekannten Service von BillSAFE Rechnungskauf noch enger mit dem Produktangebot von PayPal zu verbinden. Es ist uns deshalb zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich, Ihnen den Kauf auf Rechnung mit BillSAFE anzubieten. Gerne halten wir Sie weiter auf dem Laufenden.

ist die Strategie nun klar. Alles aus einer Hand, eine Schnittstelle – eine Abrechnungsstelle. Und das mit den Zahlarten, die im „normalen“ E-Commerce nun doch am gebräuchlichsten sind:

  • Paypal
  • Lastschrift
  • Kreditkarte
  • Kauf auf Rechnung

(Kauf auf Rechnung soll dabei im Laufe des Jahres integriert werden.)

Für mich erschließt sich hier zwar noch nicht, warum BillSAFE in der Zeit nicht mehr akquirieren darf… aber dass steht auf einem anderen Blatt.

Wer profitiert?

Die Zielgruppe von Paypal sind kleine und mittlere Online-Händler. Galt der Paypal-Verkäufer- und – Käuferschutz  einst nur für die Bezahlart Paypal selbst, wird dieses Leistung nun auch auf auch auf Zahlungen mit Kreditkarte, Lastschrift und Rechnung übertragen. Was wirklich interessant für beide Seiten ist.

In Zukunft werden nun also alle Zahlungen dem Paypal-Konto gut geschrieben, so dass der Online-Händler eine zentrale Übersicht über die verschiedenen Bezahlarten hat. Wofür dann also noch andere PSPs wie z.B. Heidelpay oder PAYONE einbeziehen?
Hinzu kommt ja auch, dass Paypal  andere Bezahlarten von Dritten mit in Paypal Plus zu integrieren läßt. Es wächst hier ein mächtiger, neuer PSP heran.

Gebühren

Die Kosten für die Händler entsprechen zum Start von Paypal Plus denen der Paypal Wallet: 35 Cent je Transaktion und – je nach Volumen – 1,2 bis 1,9 Prozent der Warenkorbsumme.

Wenn man das mit Angeboten von Heidelpay oder PAYONE vergleicht, steht PayPal hier ein wenig zu teuer dar… das wird sich aber im Wettbewerb sicher noch geben.

Shopsysteme

Die Integration von Paypal Plus muss bei eigenen Systemen selbst programmiert werden. Die Standardshopsysteme wie shopware oder Oxid und Magento werden das aber in Kürze sicher direkt anbieten, wenn es nicht schon bereits fertig ist.

„Die neue Rundumlösung für Online-Shops ist optimal auf die Bedürfnisse des deutschen Marktes zugeschnitten. Händler erhalten mit PayPal Plus eine umfassende und einfach zu integrierende Lösung. Mit dieser bieten sie die von ihren Kunden gewünschten Bezahlmethoden an, können so die Zahl der Kaufabbrüche reduzieren, die Konversionsrate erhöhen und im Ergebnis Umsatzsteigerungen erzielen“, sagt Jörg Schille, Leiter Mittelstand & Partnerschaften bei PayPal.

In Zukunft also PayPal und keine klassischen PSPs mehr?

Peter Thiel, der Gründer von PayPal, erklärte 2004, dass PayPal keine Bank sei, weil zum Beispiel keine Rücklagen gebildet würden. Das Guthaben auf einem PayPal-Konto ist nicht durch das Einlagensicherungssystem geschützt. Am 2. Juli 2007 erhielt PayPal von der luxemburgischen Finanzaufsichtsbehörde allerdings  eine Banklizenz für Europa.

Was das im Einzelnen bedeutet, ob man über PayPal nun auch treuhändisch Konten verwalten lassen kann und und und.. das gilt es abzuwarten.

Was wird den Unterschied machen? Abgesehen von den sich sicher angleichenden Gebühren, wird der Consultingfaktor eine immer größere Rolle spielen. Ob PayPal es schafft, größere Händler individuell zu betreuen, bleibt abzuwarten.

Die Beschickung von B2B Händler ist dabei noch gar nicht erwähnt. Hier spiel das große Thema Risikomanagement bei gewerblichen Kunden eine große Rolle. Schafft PayPal es hier einen Anbieter zu integrieren, der das mit abwickelt, ist ein weiterer großer Schritt getan.

 Was fehlt noch?

Laut den Ergebnisse der aktuellen Studie „Payment im E-Commerce“ des ECC Köln und der Hochschule Aschaffenburg  bieten Online-Händler im Schnitt nur noch 5,1 Zahlungsverfahren an. Die Beliebtesten sind auf folgenden Chart zu sehen

Eingesetztes Zahlungsverfahren beim Online-Einkauf

(Quelle ECC Köln)

Ganz klar! Die ersten vier sind abgedeckt! Amazon wird sicher nich integriert werden. Bleibt noch die Vorkasse und deren Entsprechung sofortüberweisung. Was das auf dem Markt bedeutet und wie die Konsolidierung hier vorranschreitet… vor allem was KLARNA dazu zu sagen hat und wie reagiert, dass bleibt alles hochspannend.

Was gibt’s denn sonst noch?

Eine Übersicht aller Zahlarten, Payment Service Provider, Wallets und weiteren exotischen Zahlungsmöglichkeiten finden sie unter folgendem Link: Übersicht Zahlarten bereitgestellt von opuCo.

FacebookXINGGoogle+TwitterLinkedInweitere
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in eCommerce/eShops. Fügen Sie den permalink zu Ihren Favoriten hinzu.

2 Responses to PayPal Plus – Auf dem Weg ein Payment Service Provider zu werden

  1. Interessanter Artikel zu einer interessanten Entwicklung! Es bleibt in der Tat abzuwarten, wie zum einen die Komplett-Integrationen für die Shopsysteme aussehen werden und zum wie zum anderen das Thema B2B konsequent angegangen wird. Insbesondere das Risikomanagement ist dabei ein wichtiges Thema, das besonders für einen „mittleren Online-Händler“ wie wir es sind eine zentrale Bedeutung hat.
    Grundsätzlich haben wir bislang mit der „normalen“ Integration von PayPal sehr gute Erfahrungen gemacht. Wenn PayPal Plus auch eine für Händler und Kunden gleichermaßen funktionelle und unkomplizierte Abwicklung garantieren kann, dann ist das sicher eine Option für uns.

    • Den Sektor B2B Risikomanagement klopfe ich aktuell in einem Projekt sehr stark ab.
      Frei nach dem Motto, Geschwindigkeit ist keine Hexerei ;-)
      Gewerbetreibende zu prüfen ist es eben doch scheinbar Hexerei. Die Entwicklung ist spannend und beachtenswert.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *